Stade de Genève
🇨🇭Schweiz·Ženeva

Stade de Genève

30 084Plätzeseit2003

Foto: Wikimedia Commons contributors · CC BY-SA

Kapazität
30 084
Eröffnungsjahr
2003

Übersicht

Über das Stadion

Stade de Genève, auch bekannt als Stade de la Praille, ist ein moderner Fußballstadion in der Schweizer Stadt Lancy, nahe Genf, im Stadtteil La Praille. Mit einer Kapazität von 30.084 Plätzen ist es das größte Fußballstadion in der französischsprachigen Schweiz. Heimclub ist Servette FC, einer der ältesten Fußballclubs des Landes, der in der höchsten Schweizer Liga -- der Super League -- spielt.

Lage und Umgebung

Das Stadion liegt im industriellen und kommerziellen Viertel La Praille am südwestlichen Rand von Genf, administrativ im Gemeindegebiet von Lancy. Die Umgebung wird von dem Einkaufszentrum Balexert, Industriebauten und direkter Anbindung an das Autobahnnetz geprägt. Das Zentrum von Genf ist mit der Straßenbahn oder dem Auto in etwa 15–20 Minuten erreichbar. Die Straßenbahnlinie direkt am Stadion macht es zu einem der am besten erreichbaren Stadien im Schweizer Fußball.

Zweck

Das Stadion dient in erster Linie als Heimstätte des Servette FC in der Super League und in nationalen Pokalwettbewerben. Mit seiner Kapazität und Ausstattung erfüllt es die Standards der UEFA für internationale Begegnungen -- es hat Gruppenspiele der EURO 2008 ausgerichtet und sich somit in die Geschichte des Schweizer Fußballs als international anerannte Arena eingetragen. Das Gelände wird auch gelegentlich für Leichtathletik- und andere Sportveranstaltungen genutzt.

Geschichte

Reise durch die Zeit

Die Geschichte des Stade de Genève ist untrennbar mit dem Eintritt ins 21. Jahrhundert und dem Wunsch Genfs nach einem modernen Fußballstadion verbunden. Vorgänger war das Stade des Charmilles, ein historisches Stadion, das 1930 erbaut wurde und jahrzehntelang dem Servette FC diente, jedoch zu Beginn des neuen Jahrtausends nicht mehr den technischen und sicherheitstechnischen Anforderungen des modernen Fußballs entsprach.

Bau und Eröffnung

Das neue Stadion wurde in den Jahren 2002–2003 im Stadtteil La Praille erbaut und feierlich im Jahr 2003 eröffnet. Die Investition in die moderne Arena ermöglichte dem Genfer Fußball den Eintritt ins 21. Jahrhundert -- das Stadion bietet überdachte Tribünen, komfortable Sitze, moderne Spieler- und Medieninfrastruktur, die den Anforderungen des Profifußballs gerecht werden. Die Architektur ist funktional mit einem charakteristischen, gewölbten Dachüberstand, das die Zuschauer schützt.

EURO 2008

Der bedeutendste Meilenstein in der Geschichte des Stadions war seine Aufnahme unter die acht Austragungsorte der EURO 2008, die gemeinsam von der Schweiz und Österreich veranstaltet wurde. Im Stadion in La Praille fanden drei Gruppenspiele der Gruppe D statt: Türkei -- Schweiz (2:1), Tschechische Republik -- Türkei (1:3) und Schweiz -- Portugal (2:0). Die Präsenz eines der größten Fußballturniere der Welt hat das Stade de Genève dauerhaft auf die Landkarte des europäischen Fußballs gesetzt.

Club Servette FC

Servette FC, gegründet im Jahr 1890, ist der älteste Fußballclub in Genf und einer der ältesten in der Schweiz. Der Club spielte viele Jahre in der höchsten Schweizer Liga, durchlebte jedoch in den 2000er Jahren eine schwierige Phase mit einer Finanzkrise und dem Abstieg in tiefere Ligen. Nach einer Reorganisation stabilisierte sich der Club und das Stadion in La Praille wurde zum Symbol seiner Rückkehr in die schweizerische Elite.

Atmosphäre

Spieltag

Die Atmosphäre im Stade de Genève spiegelt den Charakter Genfs als kosmopolitische, multikulturelle Stadt an der Schnittstelle zwischen französischem und deutschem Einfluss wider. Auf den Tribünen mischen sich lokale Genfer, frankophone Schweizer und Fans aus der zahlreichen internationalen Gemeinschaft -- aus dem diplomatischen und internationalen Umfeld sowie Expats, die in der Region leben.

Fangemeinschaft

Die treueste Gruppe sind die Ultras des Servette FC, die sich auf der Nordtribüne versammeln und den Rhythmus des Spieltags vorgeben. Das Granatrot -- die traditionelle Farbe des Clubs -- füllt die Ränge, Trommeln und Gesänge erklingen bereits vom Aufwärmen. Servette hat in Genf einen besonderen Status; für viele Fans ist der Club Teil der Genfer Identität und des lokalen Stolzes im Vergleich zu anderen Schweizer Metropolen, insbesondere Zürich und Bern. Die Atmosphäre ist herzlich, aber zivilisiert -- typisch schweizerisch.

Große Spiele

Ein unvergessliches Erlebnis für jeden Besucher sind die Erinnerungen an die Spiele der EURO 2008, als La Praille von Fans aus ganz Europa gefüllt wurde und das Stadion eine Atmosphäre erlebte, die mit den größten Fußballarenen des Kontinents vergleichbar ist. Im heimischen Kontext sind die hitzigsten Duelle von Servette mit den Zürcher und Berner Gegnern -- Spiele gegen FC Zürich oder BSC Young Boys sind im lokalen Rahmen echte Derbys.

Praktische Infos

Das Stadion besuchen

Das Stade de Genève befindet sich im Stadtteil La Praille in der Gemeinde Lancy, etwa 3 km südwestlich des Genfer Zentrums. Genf ist aus Mitteleuropa sowohl per Flugzeug als auch mit dem Zug gut erreichbar -- der Flughafen Genf-Cointrin (GVA) bietet Direktverbindungen aus den meisten europäischen Metropolen.

Anreise

  • Mit der Straßenbahn: Die Linie T15 hält direkt am Stadion (Haltestelle Stade de Genève); von der Innenstadt dauert die Fahrt etwa 15 Minuten. Die Straßenbahn ist eindeutig die bequemste Option.
  • Mit dem Auto: Das Stadion ist von der Autobahn A1 (Ausfahrt Lancy-La Praille) erreichbar; das Parken in den umliegenden Parkplätzen ist kostenpflichtig.
  • Mit dem Zug: Der nächste Bahnhof ist Genève-La Praille oder Genève-Cornavin; von Cornavin kann man mit der Straßenbahn T15 weiterfahren.
  • Am Spieltag: Die Straßenbahnverbindungen werden verstärkt; es wird empfohlen, mindestens 30 Minuten vor Anpfiff zu kommen.

Tickets und Führungen

Tickets für die Spiele des Servette FC sind online auf der Website des Clubs oder an den Stadionkassen erhältlich. Das Stadion bietet Bereiche für Familien, VIP-Pakete sowie Standardplätze. Die Ticketpreise sind im schweizerischen Vergleich erschwinglich -- ab etwa 15 CHF für den Basiseintritt. Geführte Stadiontouren werden nicht regelmäßig angeboten.

Tipps für Besucher

  • Wann anreisen? Es wird empfohlen, mindestens 30–45 Minuten vorher zu kommen -- die Straßenbahn ist am Spieltag oftmals voll.
  • Wetter: Genf liegt am Genfersee; für Herbst- und Winterspiele sind warme Kleidungsstücke empfehlenswert, das Stadion hat überdachte Tribünen, jedoch können die nördlichen und südlichen Bereiche dem Wind ausgesetzt sein.
  • Essen und Trinken: In der Umgebung von La Praille gibt es ein Einkaufszentrum mit Restaurants; im Stadion sind standardisierte Verpflegungsstände vorhanden. Typische Genfer Küche -- Fondue, Raclette oder Longeole -- ist in Restaurants im nahen Zentrum von Genf zu finden.
  • Sprache: Genf ist frankophon; grundlegendes Französisch ist willkommen, Englisch wird in der internationalen Stadt gut verstanden.

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