
Millerntor-Stadion
Foto: Arne Müseler · CC BY-SA 3.0 de · zdroj
- Kapazität
- 29 546
- Eröffnungsjahr
- 1961
- Verein
- FC St. Pauli
- Land
- Deutschland
Übersicht
Über das Stadion
Millerntor-Stadion ist ein Fußballstadion im Hamburger Stadtteil St. Pauli, eröffnet im Jahr 1963 und nach einer etappenweisen Rekonstruktion, die im Jahr 2015 abgeschlossen wurde, mit einer Kapazität von 29.546 Plätzen (davon 16.940 Stehplätze und 12.606 Sitzplätze). Es ist die Heimat des kultigen Clubs FC St. Pauli, einer der bekanntesten linksgerichteten und antifaschistischen Fußballvereine der Welt.
Lage und Umgebung
Das Stadion steht auf dem Heiligengeistfeld in der Nähe der berühmten Reeperbahn – der Straße im Hamburger Stadtteil St. Pauli, die weltweit für ihr Nachtleben bekannt ist. Die Umgebung ist voller Kontraste: Kabaretts, Bars und Musikclubs grenzen an das familiäre Stadion. Die nächstgelegene U-Bahn-Station ist U3 St. Pauli und die Straßenbahn-Haltestellen befinden sich direkt am Stadion. Zu Fuß ist es vom Hamburger Zentrum in etwa 20 Minuten zu erreichen.
Nutzung
Das Stadion dient in erster Linie als Heimat des FC St. Pauli in der deutschen Bundesliga und in niedrigeren Ligen, abhängig von der aktuellen Leistung des Clubs. Es werden auch American Football-Spiele ausgetragen — das heimische Team sind die Hamburg Blue Devils. Neben Sportveranstaltungen finden hier Konzerte und kulturelle Events statt: Im Jahr 1988 trat Prince hier auf. Das Stadion ist zudem ein Symbol von Gemeinschaftswerten: Antifaschismus, Solidarität und Inklusion sind untrennbare Bestandteile seiner Identität.
Geschichte
Reise durch die Zeit
Das Millerntor-Stadion hat seit seiner Entstehung einen grundlegenden Wandel durchgemacht — aus einer einfachen Arena wurde ein modernes Stadion mit ausgeprägter kultureller und politischer Identität.
Bau und Eröffnung
Das Stadion wurde erstmals im Jahr 1963 auf dem Heiligengeistfeld im Zentrum Hamburgs eröffnet. Die ursprüngliche Kapazität betrug 32.000 Zuschauer, größtenteils Stehplätze. Der grundlegende Charakter des Stadions entsprach anderen Außenarenen jener Zeit — einfache Konstruktion ohne Überdachung eines großen Teils der Zuschauerfläche.
Wichtige Umbauten
Die bedeutendste Phase der Modernisierung fand schrittweise in den 2000er und 2010er Jahren statt. Die Rekonstruktion erfolgte gegenseitig auf den einzelnen Tribünen, wobei der Club und die Fans aktiv an der Gestaltung des neuen Stadions beteiligt waren. Im Jahr 2015 wurde die Rekonstruktion abgeschlossen: Das Stadion erhielt komplett überdachte Tribünen, moderne Einrichtungen sowie 2.491 VIP-Plätze und 96 Plätze für Rollstuhlfahrer. Die Kapazität sank auf 29.546 Plätze, aber der Komfort stieg erheblich.
Denkwürdige Momente
Im Jahr 1988 fand im Stadion ein Konzert des legendären Prince statt — eines der wenigen nicht-sportlichen Ereignisse in der Geschichte der Arena. Im Jahr 2010 feierte der FC St. Pauli im Millerntor sein 100-jähriges Bestehen, wodurch das Stadion eine noch stärkere symbolische Bedeutung in der Geschichte des Clubs erhielt. Die wiederholten Abstiege und Aufstiege des FC St. Pauli von der zweiten Bundesliga in die erste und zurück spiegeln dramatische Geschichten in das Gedächtnis jeder Tribüne.
Atmosphäre
Spieltag
Die Atmosphäre im Millerntor-Stadion ist einzigartig — eine unverwechselbare Mischung aus Fußballbegeisterung, politischem Bewusstsein und Gemeinschaftsgefühl. Das Stadion ist in Deutschland und der Welt als 'Heimat' von Fans bekannt, die Fußball als mehr als nur Sport betrachten.
Fankultur
FC St. Pauli ist das Synonym für kultiges Fan-Dasein. Die Fans des Clubs sind stolz auf ihre antifaschistische und antirassistische Identität, die in den Statuten des Vereins verankert ist. Das Symbol des Clubs — Totenkopf (Totenkopf) — ist zu einem international erkennbaren Icon der alternativen Subkultur weit über die Grenzen des Fußballs hinaus geworden. Die Nordtribüne (Nordtribüne) ist das Epizentrum des Stehplatzgesangs: Chöre, Fahnen und Transparente hören hier über 90 Minuten nicht auf. Das Stadion wird regelmäßig von Fans aus dem Ausland bereichert, die ausschließlich auf der Suche nach dem Erlebnis seiner einzigartigen Atmosphäre anreisen.
Große Spiele
Jeder Aufstieg des FC St. Pauli in die erste Bundesliga wird zu einem kommunalen Fest des gesamten Stadtteils. Die Derbys gegen die Hamburger Rivalen gehören zu den hitzigsten Begegnungen im Norden Deutschlands. Internationale Pokalspiele ziehen die Aufmerksamkeit der Medien in ganz Europa auf sich — nicht unbedingt wegen des sportlichen Ergebnisses, sondern aufgrund der unbestreitbaren Kultur rund um das Stadion. Die Atmosphäre an großen Nächten im Millerntor — beleuchtete Fassaden, Rauch von der Tribüne, Fangesänge in der dichten Bebauung von St. Pauli — ehrt selbst die gegnerischen Anhänger.
Praktische Infos
Das Stadion besuchen
Ein Besuch im Millerntor-Stadion ist unkompliziert und gut machbar — das Stadion liegt direkt im Zentrum von Hamburg mit hervorragender Verkehrsanbindung.
Anreise
- U-Bahn (U-Bahn): Linie U3, Haltestelle St. Pauli — Fußweg von ca. 5 Minuten
- Bus und Tram: Haltestellen direkt am Stadion auf dem Heiligengeistfeld
- Zu Fuß: vom Hamburger Hauptbahnhof etwa 20 Minuten zu Fuß durch das Zentrum
- Auto: Parken in der Umgebung ist begrenzt, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad werden empfohlen.
Tickets und Führungen
Tickets für die Spiele des FC St. Pauli sind auf der offiziellen Website des Clubs erhältlich. Beliebte Heimspiele sind oft im Voraus ausverkauft — die Nordtribüne ist meist die schnellste, die ausverkauft ist. Das Stadion bietet in begrenztem Umfang Führungen an, die nach Absprache über den Club verfügbar sind.
Tipps für Besucher
- Wann kommen: mindestens 45 Minuten vor dem Anpfiff, die Warteschlange am Eingang kann lang sein
- Dresscode: Der Club hat keinen strengen Dresscode, aber der Totenkopf ist willkommen — Fans tragen ihn mit Stolz
- Umgebung: Die Reeperbahn ist direkt um die Ecke — ideal für die Atmosphäre vor und nach dem Spiel
- Zugänglichkeit: 96 Plätze für Rollstuhlfahrer, modernes barrierefreies Umfeld nach der Renovierung 2015.
Vereine & Teams
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