
Olympiastadion Berlin
Foto: Wikimedia Commons contributors · CC BY-SA
- Kapazität
- 74 475
- Eröffnungsjahr
- 1936
- Verein
- Hertha BSC
- Land
- Deutschland
Übersicht
Über das Stadion
Das Olympiastadion in Berlin ist eine der historisch bedeutendsten Sportarenen der Welt. Entworfen wurde es von dem Architekten Werner March und erbaut zwischen 1934 und 1936 für die Olympischen Sommerspiele, die das nationalsozialistische Regime unter Adolf Hitler als propagandistische Schau der arischen Überlegenheit nutzen wollte. Die Realität stellte sich jedoch anders dar: Der afroamerikanische Sprinter Jesse Owens gewann auf der Berliner Bahn vier Goldmedaillen und seine Leistungen wurden zu einem bleibenden Symbol der Niederlage der rassistischen Ideologie im Sport. Nach dem Zweiten Weltkrieg überlebte das Stadion als eines der wenigen nationalsozialistischen Monumente und entwickelte sich allmählich zu einem lebendigen Ort des sportlichen und kulturellen Geschehens. Eine umfassende Renovierung zwischen 2000 und 2004 brachte ihm ein modernes Dach über den Tribünen und bewahrte den ursprünglichen steinernen Charakter des Gebäudes; die Kapazität des Stadions beträgt heute 74.475 Plätze.
Das sportliche Erbe des Olympiastadions ist außergewöhnlich. Im Jahr 1974 war es Gastgeber mehrerer Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft. Der Höhepunkt der neuen Ära war das Weltmeisterschaftsfinale 2006, als Italien Frankreich im Elfmeterschießen mit 5:3 nach einem Unentschieden von 1:1 besiegte. Das Spiel ist bis heute mit dem Vorfall verbunden, bei dem der französische Kapitän Zinedine Zidane im Verlängerungszeitraum den italienischen Verteidiger Marco Materazzi mit dem Kopf angriff und vom Platz gestellt wurde – im letzten Spiel seiner Karriere. Im Jahr 2015 fand hier das Champions-League-Finale statt, in dem Barcelona Juventus mit 3:1 besiegte.
Heute ist das Olympiastadion die Heimat des Clubs Hertha BSC und jährlich Ausrichter des DFB-Pokalfinales. Die monumentale Architektur mit der athletischen Bahn und dem panoramischen Blick auf die Berliner Wälder zählt es zu den am leichtesten erkennbaren Stadien Europas und zu den meistbesuchten Touristenzielen der deutschen Hauptstadt.
Geschichte
Reise durch die Zeit
Das Olympiastadion wurde als Flaggschiff der nationalsozialistischen Propaganda errichtet – Adolf Hitler und sein Regime erhofften sich, dass die Berliner Olympiade von 1936 der Welt die Überlegenheit der arischen Rasse demonstriert. Die Realität stellte sich jedoch anders dar: Der afroamerikanische Sprinter Jesse Owens gewann auf der Berliner Bahn vier Goldmedaillen – im 100-Meter-Sprint, im Weitsprung, über 200 Meter und in der 4×100-Meter-Staffel – und seine Leistungen wurden zum ikonischen Symbol der Niederlage der rassistischen Ideologie im Sport. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich das Stadion in der britischen Besatzungszone und wurde im Gegensatz zu anderen nationalsozialistischen Monumenten nicht abgerissen; es wurde zu einem Ort des sportlichen und kulturellen Geschehens. Im Jahr 1974 fanden hier mehrere Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft statt. Zum Jahrtausendwechsel durchlief das Stadion einen grundlegenden Umbau: Die Renovierung von 2000 bis 2004 brachte ihm ein modernes Dach über der Tribüne, reduzierte die Kapazität auf die heutigen 74.475 Plätze und bewahrte dabei den ursprünglichen monumentalen Charakter des Gebäudes. Die feierliche Wiedereröffnung fand im Juli 2004 statt. Der Höhepunkt der neuen Ära des Stadions war das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, als Italien Frankreich im Elfmeterschießen mit 5:3 nach einem Unentschieden von 1:1 besiegte. Das Spiel bleibt auch wegen des dramatischen Moments in Erinnerung, als der französische Kapitän Zinedine Zidane im Zusatzspiel Marco Materazzi mit dem Kopf angriff und vom Platz gestellt wurde – im letzten Spiel seiner Karriere. 2015 fand hier das Champions-League-Finale statt, in dem der FC Barcelona Juventus Turin mit 3:1 besiegte.
Vereine & Teams
Atmosphäre
Spieltag
Das Olympiastadion ist seit 1963 die Heimat von Hertha BSC und die Berliner Fans betrachten es als ihre Festung, obwohl die riesigen Dimensionen der Arena manchmal wie eine Herausforderung wirken, wenn die Zuschauerzahl bei Liga-Spielen gering ist. Ein echtes Feuerwerk der Atmosphäre erlebt man während des DFB-Pokalfinales, das hier seit 1985 regelmäßig stattfindet – dann verwandelt sich Berlin in die Pokalhauptstadt und Fans aus ganz Deutschland füllen jede Ecke des Stadions. Auch internationale Konzerte verwandeln die sportliche Bahn in einen Ort einzigartiger Intensität: Auf den Berliner Tribünen gastierten bereits The Rolling Stones, Madonna, U2, Robbie Williams, Depeche Mode und Coldplay. Die Akustik des großen Raumes, kombiniert mit Lichtshows und zehntausenden begeisterten Besuchern, schafft eine Atmosphäre, die kaum ein anderes Stadion erreichen kann. Eine besondere Dimension verleiht das Bewusstsein des Ortes – das Publikum sitzt dort, wo Jesse Owens 1936 Geschichte schrieb, und wo 2006 eines der dramatischsten Fußballfinals aller Zeiten stattfand.
Praktische Infos
Das Stadion besuchen
Das Olympiastadion befindet sich im Berliner Stadtteil Westend, etwa zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die bequemste Anreise ist mit der S-Bahn – die Linien S5 und S75 halten direkt am Bahnhof Olympiastadion, von wo aus man in fünf Minuten zu Fuß zum Stadion gelangt. Alternativ gibt es die U-Bahnstation U2 Olympia-Stadion (Ost), die etwa zehn Gehminuten entfernt ist. Das Stadion ist ganzjährig für Besichtigungen geöffnet; der Eintritt gewährt Zugang zur historischen Ausstellung über die Olympischen Spiele 1936 und die Entwicklung des Gebäudes selbst – Besucher können so Architektur mit tieferem Kontext verbinden. Der Blick von den Rängen ist außergewöhnlich, da das Terrain der Arena niedriger liegt als das umliegende Terrain. In der Nähe des Stadions steht der Glockenturm – ein Glockenturm, dessen Aussichtsplattform man erklimmen kann und die Belohnung ein panoramischer Blick auf das Stadion sowie auf die Wälder des Grunewald im Hintergrund ist.
Video
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