Stadion An der Alten Försterei
🇩🇪Deutschland·Treptow-Köpenick

Stadion An der Alten Försterei

21 704Plätzeseit1920

Foto: Arne Müseler · CC BY-SA 3.0 de · zdroj

Kapazität
21 704
Eröffnungsjahr
1920

Übersicht

Über das Stadion

Stadion An der Alten Försterei ist ein Fußballstadion im Berliner Stadtteil Köpenick und gleichzeitig das größte reine Fußballstadion in der deutschen Hauptstadt. Die Kapazität beläuft sich auf 22.012 Plätze, wobei die Atmosphäre zu den engsten und intensivsten in ganz Deutschland gehört. Seit 1920 ist das Stadion die Heimat der Vorgänger des heutigen 1. FC Union Berlin.

Lage und Umgebung

Das Stadion liegt im Südosten Berlins im historischen Arbeiterstadtteil Köpenick, umgeben vom Wuhlheide-Wald. Diese Abgeschiedenheit vom Stadtzentrum prägt die Identität des Clubs — fern, hartnäckig, ohne sich mit modischen Trends zu vermischen. Vom S-Bahnhof Köpenick führt ein etwa 15-minütiger Fußweg durch den Wald zum Stadion, der selbst Teil des Rituals eines Besuchs ist.

Wofür es genutzt wird

Das Stadion dient ausschließlich als Heimat des 1. FC Union Berlin in der Bundesliga und den europäischen Cups. Nach dem historischen Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 2019 und der Teilnahme an der Champions League in der Saison 2023/24 steht die Alte Försterei im internationalen Rampenlicht als eines der authentischsten Fußballumfelder der Welt.

Geschichte

Reise durch die Zeit

Der Stadion An der Alten Försterei hat Wurzeln, die bis ins Jahr 1906 zurückreichen, als die Fußballbewegung im Berliner Arbeiterumfeld begann. Das heute stehende Stadion wurde 1920 errichtet und war von Anfang an mit der Gemeinschaft verbunden, nicht mit Kapitalinteressen.

Bau und frühe Jahre

Der Name des Stadions verweist auf das Jagdschlösschen (Alte Försterei — Alte Jagdhütte), das in unmittelbarer Nachbarschaft steht. Das Gelände wird seit seiner Gründung von den Fans und Mitgliedern des Clubs verwaltet. Im Laufe der Jahrzehnte wurde es schrittweise um Tribünen erweitert, hat jedoch immer seinen Charakter eines nahen, persönlichen Umfeldes bewahrt.

Umbau durch die Fans 2008–2009

Das berühmteste Kapitel in der Geschichte des Stadions fand im Winter 2008–2009 statt, als der Club mit einer finanziellen Krise konfrontiert wurde und sich keine Renovierung des maroden Stadions leisten konnte. Die Fans entschieden sich damals, die Sache selbst in die Hand zu nehmen: Insgesamt arbeiteten 2.500 Freiwillige mehr als 140.000 Stunden unentgeltlicher Arbeit — sie rissen ab, mauerten, schweißten und malten. Das Ergebnis war ein vollständig umgebautes Zuschauertribüne mit einer Kapazität von 22.012 Plätzen. Diese Geschichte wurde zum Symbol der Unabhängigkeit von Union und wird weltweit als außergewöhnliches Beispiel für die Verbundenheit der Fans zitiert.

Aufstieg in die Bundesliga-Ära

Im Jahr 2019 stieg Union Berlin erstmals in der Geschichte in die Bundesliga auf. Vier Jahre später, in der Saison 2023/24, debütierte das Team in der UEFA Champions League — eine direkte Folge der gemeinschaftlichen Basis, die das Stadion verkörpert.

Atmosphäre

Spieltag

Die Atmosphäre in der Alten Försterei ist ein Phänomen, über das auf der ganzen Welt geschrieben wird: die engen Ränge, die das Spielfeld von allen Seiten umgeben, die laute Arbeitergemeinschaft und Traditionen, die sich in keinem Fall mit dem kommerzialisierten Fußball in anderen Metropolen vergleichen lassen.

Weihnachts-Singen

Eines der bekanntesten Rituale im Weltfußball ist das jährliche Weihnachts-Singen (Weihnachtssingen) in der Alten Försterei. Seit 2003 versammeln sich die Fans am Vorabend des Heiligabend auf den Rängen ohne Bälle und Spielfelder — nur mit Kerzen und Liedheften. Die Veranstaltung, die mit ein paar Hundert Menschen begann, zieht heute über 28.000 Besucher an und ist ein Ausdruck einer Gemeinschaft, die weit über den Fußball hinausgeht.

Fankultur

1. FC Union Berlin wurde 1966 als Arbeiterclub gegründet, absichtlich anders als der staatlich geförderte BFC Dynamo in der DDR-Zeit. Die Fans bewahren diese Identität bis heute — das Stadion hat keine LED-Werbetafeln, kommerzielle Partner werden selektiv angenommen und die Stimme der Mitglieder (der Club hat über 50.000 Mitglieder) entscheidet über strategische Fragen. Die Atmosphäre im Stadion spiegelt dies wider: die Gesänge sind ununterbrochen, der Abstand zwischen Zuschauern und Spielern minimal.

Große Spiele

Die Debüts in der Champions League 2023/24 bringen Gegner wie Real Madrid oder Braga nach Köpenick. Obwohl Union Berlin sportlich konkurrierte, zählt die Atmosphäre in der Alten Försterei während europäischer Nächte zu den am meisten zitierten Erlebnissen der Saison in der ausländischen Presse.

Praktische Infos

Das Stadion besuchen

Der Besuch der Alten Försterei ist ein einzigartiges Erlebnis, erfordert aber etwas mehr Planung als der Besuch eines modernen Stadions — und gerade diese Abgeschiedenheit ist Teil des Erlebnisses.

Anreise

  • S-Bahn: Linie S3, Bahnhof Köpenick — etwa 35 Minuten vom Berlin Hauptbahnhof; vom Bahnhof sind es ca. 15–20 Minuten Fußweg durch den Wald oder 5 Minuten mit dem Bus.
  • Bus: Linie 269 oder 396 von der Haltestelle Köpenick zur Haltestelle Hämmerlingstraße
  • Auto: Parkmöglichkeiten in der Umgebung sind sehr begrenzt; wir empfehlen dringend die S-Bahn.
  • An Spieltagen setzen Deutsche Bahn und die Berliner BVG verstärkte Verbindungen ein.

Tickets und Führungen

Tickets für die Spiele des 1. FC Union Berlin werden über die offizielle Website des Clubs verkauft. Aufgrund der begrenzten Kapazität sind die Bundesligaspiele schnell ausverkauft — Clubmitglieder haben Vorrang. Das Stadion bietet auch geführte Touren an, die den Tunnel, die Spielerumkleiden und die Geschichte des Fanumbaus von 2008–2009 umfassen.

Tipps für Besucher

  • Kommen Sie früh: mindestens 60 Minuten vor Anpfiff; die umliegenden Waldwege und engen Eingänge füllen sich schnell.
  • Bequeme Kleidung: die Tribüne Gegengerade (Stehplätze) ist ungeschützt gegen Regen — nehmen Sie eine Regenjacke mit.
  • Bier und Essen: Es gibt weniger Kioske als in modernen Stadien, aber die Qualität des typischen Berliner Streetfoods entschädigt für die Quantität.
  • Vergessen Sie das Wi-Fi: Das Signal im Waldgebiet ist begrenzt — planen Sie den Heimweg bereits vor Ihrem Eintreffen.

Karte

So findest du das Stadion

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