
Stadio Luigi Ferraris
Foto: Agnus-ge61 · CC BY-SA 4.0 · zdroj
Übersicht
Über das Stadion
Stadio Luigi Ferraris ist ein Fußballstadion in der italienischen Stadt Genua, gelegen im Stadtteil Marassi, von dem auch sein inoffizieller, jedoch weltweit anerkannter Spitzname stammt. Mit seiner Eröffnung im Jahr 1911 ist es das älteste noch aktive Stadion in Italien. Es wird von zwei Rivalen aus Genua – Genoa CFC und UC Sampdoria – genutzt und hier findet das berühmte Derby della Lanterna statt, eines der ältesten italienischen Fußballderbys. Die Kapazität des Stadions beträgt etwa 36.600 Plätze.
Lage und Umgebung
Das Stadion befindet sich im Stadtteil Marassi im zentralen Genua, etwa 2 km nordöstlich des historischen Hafens. Die Umgebung zeichnet sich durch eine kompakte ligurische städtische Bebauung mit engen Gassen, familiengeführten Bars und Ständen mit Streetfood aus. Die Fans gelangen zu Fuß oder mit der Straßenbahn in etwa 15-20 Minuten vom Stadtzentrum zum Stadion. Der Stadtteil trägt im alltäglichen Sprachgebrauch den Namen des Stadions – wenn man sagt, man fährt nach 'Marassi', versteht jeder Genuese sofort.
Nutzung
Das Stadion dient als Heimspielstätte von Genoa CFC und UC Sampdoria für Spiele der Serie A und europäischer Wettbewerbe. Es war Gastgeber für die Spiele der Weltmeisterschaft 1934 und 1990 und gelegentlich finden hier auch Rugby-Union-Länderspiele der italienischen Nationalmannschaft oder Konzerte statt. Aufgrund des historischen Alters und des architektonischen Wertes der in den 80er Jahren vorgenommenen Renovierung unter Vittorio Gregotti ist es außerdem ein beliebtes architektonisches Ziel.
Geschichte
Reise durch die Zeit
Die Geschichte des Stadio Luigi Ferraris reicht bis zu den Anfängen des italienischen organisierten Fußballs zurück und spiegelt mehr als hundert Jahre Veränderungen im Sport Genuas und der Stadt selbst wider.
Bau und Namensgebung
Das Stadion wurde im Jahr 1911 als Spielfeld des Genoa CFC, eines der ältesten Fußballvereine in Italien, eröffnet. Ursprünglich handelte es sich um eine bescheidene Tribüne und ein offenes Zuschauerfeld, das über die Jahrzehnte erweitert wurde. Den heutigen Namen trägt es seit 1933 zu Ehren von Luigi Ferrari (1909-1933), einem Genueser Fußballer von Genoa, der bei einem Verkehrsunfall im Alter von nur 23 Jahren ums Leben kam. Der tragische Tod des Spielers traf die gesamte Stadt zutiefst, und die Benennung des Stadions war ein Akt kollektiver Trauer. Der volkstümliche Name 'Marassi' wird von Beginn an parallel verwendet und dominiert heute sowohl in der Sportberichterstattung als auch in der Alltagssprache.
Renovierungen und Modernisierungen
Die bedeutendste Umgestaltung fand in den 1980er Jahren unter der Leitung des Architekten Vittorio Gregotti im Rahmen der Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft 1990 statt. Gregotti ersetzte die ursprüngliche ältere Tribüne durch eine markante gestreifte Fassade in Weiß und Grau, die bis heute das charakteristische visuelle Element des Stadions bildet. Überdachte Tribünen wurden hinzugefügt, die den gesamten Umfang des Zuschauerbereichs umschlossen, und die Kapazität wurde auf das jetzige Niveau erhöht. Während der WM 1990 fungierte das Stadion als Austragungsort für vier Gruppenspiele.
Denkwürdige Momente
Genoa CFC feierte in diesem Stadion neun Meistertitel (der letzte 1924), während UC Sampdoria hier ihre goldene Ära am Übergang der 80er und 90er Jahre erlebte, als sie den Titel des italienischen Meisters (1991) gewann und das Finale des Europapokals der Meister (1992) erreichte. Das Derby della Lanterna wird hier ununterbrochen seit über hundert Jahren ausgetragen. Die WM 1990 brachte nach Marassi ein Spiel der Gruppe A – darunter das Debüt Kameruns bei einer Weltmeisterschaft.
Atmosphäre
Spieltag
Marassi ist bekannt für eine der intensivsten Atmosphären des italienischen Fußballs - das gedrungene Beton-Amphitheater schließt den Schall ein und schafft einen Lärmofen, an den sich Spieler und Fans lange nach dem Schlusspfiff erinnern.
Fankultur
Zwei Fangemeinden teilen sich ein Stadion, aber ihre Bereiche sind strikt getrennt. Die Genovesi aus Genua besetzen die Gradinata Nord (nordliches Ende), traditionell der lauteste Sektor. Die Anhänger von Sampdoria konzentrieren sich auf die Gradinata Sud. Beide Gruppen haben eine ausgeprägte Ultras-Kultur mit Choreografien, Trommeln und – in weniger regulierten Zeiten – auch mit Pyrotechnik. Die Farben sind klar getrennt: Genoa trägt rot und schwarz, Sampdoria blau mit Weiß, Rot und Schwarz. Im Derby della Lanterna wird diese Rivalität voll ausgekostet, und die Atmosphäre des Stadions gehört zu den wildesten im italienischen Fußball.
Große Spiele
Derby della Lanterna ist historisch eines der ältesten und emotionalsten Derbys in Italien – der Name verweist auf den berühmten Genueser Leuchtturm Lanterna. Die denkwürdigsten Spiele gehören zur goldenen Ära von Sampdoria: die siegreichen Ligafahrten am Übergang der 80er und 90er Jahre sowie das Drama des Halbfinales im UEFA-Pokal. Für Genua sind die ikonischen Ligaderbys aus der Meisterschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts legendär. Die Gruppenspiele der WM 1990, einschließlich des sensationellen Sieges Kameruns über Argentinien, haben Marassi in das globale Gedächtnis des Fußballs eingraviert.
Praktische Infos
Das Stadion besuchen
Ein Besuch des Stadions Marassi ist Teil eines authentischen Erlebnisses in Genua und lässt sich leicht mit einer Besichtigung des historischen Hafens und des mediterranen Stadtteils kombinieren.
Anreise
- Zug/U-Bahn: Die Station Brignole ist der nächste wichtige Knotenpunkt, von dort ist das Stadion in etwa 20 Minuten zu Fuß oder mit dem Bus erreichbar.
- Bus: Die AMT-Linien verbinden das Stadtzentrum direkt mit dem Stadtteil Marassi; an Spieltagen gibt es zusätzliches Busangebot.
- Auto: Die Parkmöglichkeiten in der Umgebung sind an Spieltagen begrenzt; es wird empfohlen, frühzeitig zu kommen oder in der Stadtmitte zu parken und zu Fuß zu gehen.
- Vom alten Hafen: Der Fußweg von dem berühmten Porto Antico dauert etwa 30 Minuten und führt durch die historischen Gassen caruggi.
Tickets und Führungen
Tickets für die Spiele von Genoa und Sampdoria sind über die entsprechenden Club-Webseiten und autorisierte Verkaufsstellen erhältlich. Das Derby della Lanterna ist häufig schnell ausverkauft – eine Reservierung 2-3 Wochen im Voraus ist notwendig. Führungen durch das Stadion sind in der Nebensaison in begrenztem Maße verfügbar; Interessierte sollten sich direkt an die Clubs wenden.
Tipps für Besucher
- Architektur: Gregottis gestreifte Fassade und die geschlossene Tribüne sind architektonisch interessant – es wird empfohlen, das Stadion von außen zu umrunden, bevor man eintritt.
- Essen und Trinken: In den umliegenden Gassen von Marassi finden Sie traditionelle ligurische Bistrots und Pizzerien; die lokale Spezialität farinata (Kichererbsenteig) ist ideal für ein vor dem Spiel.
- Wann ankommen: Beim Derby della Lanterna mindestens 90 Minuten vor Anpfiff – die Kontrollen sind streng und die Warteschlangen lang.
- Sicherheit: Bei der Derby sind die Fansektoren strikt getrennt; betreten Sie immer den Sektor, der Ihren Tickets entspricht.
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