Städtisches Stadion in Braga
🇵🇹Portugal·Braga

Städtisches Stadion in Braga

30 286Plätzeseit2003

Foto: Wikimedia Commons contributors · CC BY-SA

Kapazität
30 286
Eröffnungsjahr
2003
Verein
SC Braga

Übersicht

Über das Stadion

Das Estádio Municipal de Braga, umgangssprachlich A Pedreira („Steinbruch“), ist eines der herausragendsten Fußballstadien der Welt. Es wurde als Austragungsort der UEFA-Europameisterschaft 2004 erbaut und 2003 eröffnet. Entworfen wurde es vom portugiesischen Architekten Eduardo Souto de Moura, dem späteren Preisträger des Pritzker-Preises (2011) — der höchsten Auszeichnung in der Architektur. Die Kapazität beträgt 30.286 Plätze und die Heimat des Clubs ist der SC Braga, auch bekannt als Os Arsenalistas.

Lage und Umgebung

Das Stadion befindet sich am südwestlichen Rand von Braga, der zweitgrößten Stadt im Norden Portugals. Es steht direkt am Fuße des Granitsteinbruchs Monte Castro — daher stammt der Übername A Pedreira. Die nördliche Tribüne ist in den Felsmassiv gehauen, die südliche Tribüne steht gegenüber. Anstelle eines markanten Dachs wurde der offene Blick auf die Landschaft beibehalten. Die Umgebung ist vollkommen einzigartig: Das Stadion wird von Felswänden und dem Grün der hügeligen Landschaft von Minha umgeben.

Wozu dient es

Die Arena ist die Heimat des SC Braga in der Primeira Liga sowie in den europäischen Pokalen, wo der Club regelmäßig vertreten ist. Das Stadion war Gastgeber von Gruppenspielen der UEFA EURO 2004 und wird wiederholt in Umfragen nach dem originellsten Fußballstadion der Welt aufgeführt. Es dient auch als Außenraum für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen der Stadt Braga.

Geschichte

Reise durch die Zeit

Die Geschichte des Estádio Municipal de Braga ist eine Geschichte von kühner architektonischer Vision und sportlichem Ehrgeiz der Stadt und des Clubs, die gemeinsam eine Arena geschaffen haben, die einem prestigeträchtigen Turnier würdig ist.

Bau und Eröffnung

Das Stadion wurde 2003 fertiggestellt und feierlich eröffnet. Das Projekt wurde der Stadt Braga an den Architekten Eduardo Souto de Moura vergeben, der einen radikal minimalistischen Bau entworfen hat, inspiriert von präkolumbianischer Inka-Architektur und der Textur des Steinbruchs selbst. Zwei massive, lange Tribünen ohne Eckenverbindungen, ein Dach, das mit Stahlseilen über beide Längsseiten gespannt ist, und die Felswand als „dritte Tribüne“ — das sind die definierten Merkmale, die der Architekt direkt in den Granitsteinbruch Monte Castro integriert hat.

EURO 2004 und internationale Bedeutung

Bereits im ersten Jahr seines Betriebs wurde das Stadion zur Schauplatz eines Spiels der UEFA EURO 2004. Es war Gastgeber für insgesamt drei Gruppenspiele, darunter die Begegnung zwischen Spanien und Griechenland, das Unentschieden zwischen Portugal und Deutschland und weitere prestigeträchtige Duelle. Die Architektur des Stadions erregte damals internationale Medienaufmerksamkeit, die weit über den Sportberichterstattung hinausging.

Auszeichnungen und Erbe

Eduardo Souto de Moura erhielt 2011 den Pritzker-Preis — die höchste Auszeichnung in der Architektur; in seiner Dankesrede erwähnte er das Estádio Municipal de Braga als eines der Schlüsselkategorien in seiner Karriere. Das Stadion wurde wiederholt in weltweite Übersichten über die beste Sportarchitektur aufgenommen und ist ein beliebtes Ziel für Architekturtourismus.

Atmosphäre

Spieltag

Die Atmosphäre im A Pedreira ist geprägt von einer absolut außergewöhnlichen Umgebung: der Klang des Gesangs der Fans hallt von der Granitfelswand im Hintergrund der nördlichen Tribüne wider und erzeugt einen akustischen Effekt, der im Fußball seinesgleichen sucht.

Fan-Kultur

Der SC Braga, Os Arsenalistas, hat eine leidenschaftliche Fanbasis in der gesamten Region Minho. Der Club gehört zu den drei meistgeschauten in Portugal — nach Benfica und FC Porto. Der aktivste Teil der Tribüne besteht aus Ultra-Gruppen, die während des gesamten Spiels kontinuierlich Gesänge, Fahnenschwenken und gelegentlich Pyrotechnik erzeugen. Die heimischen Fans sind stolz auf die regelmäßige europäische Teilnahme des Clubs und die Stimmung im Stadion an Pokalabenden gehört zu den unvergesslichen Erlebnissen des kontinentalen Fußballs.

Große Spiele

Die fantastischste Nacht in der Geschichte der Arena war das Halbfinale der UEFA Europa League 2010/11, als der SC Braga den gesamten Wettbewerb von der Gruppenphase bis ins Halbfinale durchlief, wo er gegen Benfica ausschied. Die Atmosphäre bei den nächtlichen Spielen der Champions League und Europa League, wenn beide Tribünen voll sind und die Felswand hinter dem nördlichen Tor die Kulisse bildet, gehört zu dem Besten, was der europäische Fußball zu bieten hat. Die EURO-Spiele von 2004 zogen Fans aus dem ganzen Kontinent ins Stadion und machten Braga fest auf die Karte des europäischen Spitzenfußballs.

Praktische Infos

Das Stadion besuchen

Braga liegt an einem gut erreichbaren Ort im Norden Portugals und ein Besuch des A Pedreira lässt sich leicht mit einer Besichtigung der historischen Stadt Braga verbinden — einer Stadt der Pilgerstätten, barocken Treppen und römischen Denkmäler.

Anreise

  • Mit dem Zug: Braga hat einen eigenen Bahnhof an der Strecke von Porto (ca. 50 Minuten mit dem Direktzug); vom Bahnhof ist das Stadion mit dem Taxi oder Bus erreichbar.
  • Mit dem Auto: von Porto über die Autobahn A3, etwa 50 km; Parkplätze am Stadion und in der Umgebung sind vorhanden.
  • Mit dem Bus: städtische Linien und regionale Verbindungen verbinden das Zentrum von Braga mit dem Stadion; die Fahrt dauert etwa 10–15 Minuten.
  • Von Porto zum Flughafen: von Porto Francisco Sá Carneiro nach Braga sind es etwa 55 km und 45 Minuten mit dem Auto.

Tickets und Führungen

Tickets für die Spiele des SC Braga sind über die Website des Clubs verfügbar. Die Ligaspiele sind meist ausverkauft, die Pokalnächte nahezu ausnahmslos. Das Stadion bietet auch kommentierte Architekturführungen an, die bei Touristen, die ausschließlich wegen der Architektur kommen, sehr beliebt sind. Eine Reservierung wird empfohlen.

Tipps für Besucher

  • Wann ankommen: mindestens 60 Minuten vor Anpfiff — selbst bei geringer Besucherzahl lohnt es sich, früher zu kommen und den Blick auf den Steinbruch zu genießen.
  • Was nicht verpassen: den Blick auf die Felswand von der nördlichen Tribüne; den Panoramablick auf die hügelige Landschaft von Minha aus den oberen Reihen.
  • Zentrum von Braga: Bom Jesus do Monte (Pilgerort mit berühmter barocker Treppe), römische Ausgrabungen von Bracara Augusta und der alte Platz Praça da República sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar.

Events

Große Ereignisse

Europameisterschaft

Karte

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