
Ernst-Happel-Stadion
Foto: Wikimedia Commons contributors · CC BY-SA
- Kapazität
- 50 865
- Eröffnungsjahr
- 1931
- Verein
- —
- Land
- Österreich
Übersicht
Über das Stadion
Das Ernst-Happel-Stadion ist das größte Stadion in Österreich und die nationale Fußballarena des Landes. Es befindet sich im Wiener Park Prater und bietet Platz für 51.500 Zuschauer bei Fußballspielen. Das Stadion hat eine fünf-Sterne-Bewertung der UEFA und war Austragungsort mehrerer Finalspiele europäischer Cups sowie des EURO 2008-Finales. Seit 1992 trägt es seinen heutigen Namen zu Ehren des legendären österreichischen Fußballspielers und Trainers Ernst Happel.
Standort und Umgebung
Das Stadion befindet sich im 2. Wiener Bezirk (Leopoldstadt) im weitläufigen Praterpark, der einer der größten öffentlichen Parks Mitteleuropas ist. In unmittelbarer Nähe stehen die berühmten Praterwurststände, das legendäre Riesenrad Wiener Riesenrad und der gesamte Komplex der Wiener Stadthalle. Die Lage mitten im Grünen verleiht dem Stadion einen besonderen Charakter – die Umgebung ist romantisch mit der alten Wiener Kultur von Freizeit-Ausflügen in den Prater verbunden.
Wofür es genutzt wird
Das Stadion ist die Heimat der österreichischen Fußballnationalmannschaft und veranstaltet regelmäßig internationale Spiele. Es wird auch für große Konzerte genutzt – so traten hier unter anderem Rolling Stones, U2 oder Rammstein auf – sowie für andere große kulturelle Veranstaltungen. In der Off-Season dient es als Mehrzweckarena für Sport- und Unterhaltungsereignisse.
Geschichte
Reise durch die Zeit
Das Stadion wurde in den Jahren 1928–1931 nach Plänen des deutschen Architekten Otto Ernst Schweizer erbaut und wurde am 11. Juli 1931 feierlich eröffnet. Ursprünglich trug es den Namen Praterstadion, unter dem es 61 Jahre lang bekannt war.
Bau und Eröffnung
In seiner Konzeption war das Praterstadion für seine Zeit außergewöhnlich: Die Architektur verband Funktionalität mit klassischen Elementen und war eines der ersten größeren Mehrzweckarenen in Mitteleuropa. Die ursprüngliche Kapazität ermöglichte es, über 60.000 Besucher zu beherbergen. Aufgrund seiner Lage im Prater wurde es schnell zu einem kulturellen und sportlichen Wahrzeichen Wiens.
Umbenennung und Erbe von Ernst Happel
Im Jahr 1992 wurde das Stadion zu Ehren Ernst Happels (1925–1992) umbenannt, einer der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des europäischen Fußballs. Happel wurde in Wien geboren und trug die Trikots von Rapid Wien und der Nationalmannschaft; als Trainer führte er Feyenoord Rotterdam und Hamburger SV zu Titeln im Europapokal der Landesmeister und leitete die Niederlande bis ins WM-Finale 1978. Er starb nur drei Wochen nach seinem letzten Meistertitel mit Svislá liška.
Wichtige Umbaumaßnahmen
Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Stadion schrittweise modernisiert. Die Kapazität wurde in Übereinstimmung mit den strengeren Sicherheitsstandards der UEFA reguliert und angepasst. Vor der EURO 2008 fanden umfangreiche Renovierungen statt, die sicherstellten, dass alle Anforderungen für die Austragung des Europameisterschaftsfinales erfüllt wurden. Das Dach wurde erweitert und das Innere für ein modernes Erlebnis von den Tribünen angepasst.
Bemerkenswerte Momente
Das Stadion war Gastgeber für die Finals des UEFA-Europapokals in den Jahren 1964, 1987 und 1990 sowie des UEFA-Pokals im Jahr 1994. Das bedeutendste Ereignis in der neueren Geschichte war das EURO 2008-Finale am 29. Juni 2008, als Spanien Deutschland mit 1:0 besiegte und seine goldene Ära einleitete. Das einzige Tor erzielte Fernando Torres in der 33. Minute.
Atmosphäre
Spieltag
Die Atmosphäre im Ernst-Happel-Stadion ist bei großen internationalen Spielen außergewöhnlich intensiv. Wien ist eine Fußballstadt mit tiefen Traditionen und die Arena im Prater ist für die Österreicher ein Ort der nationalen Fußballerinnerung.
Fangkultur
Die österreichische Fußballnationalmannschaft zieht Fans aus dem ganzen Land an, und die Spiele im Happel-Stadion haben einen starken nationalen Charakter. In den Zuschauerrängen dominieren die weiß-roten Farben des österreichischen Trikots, und die Atmosphäre erinnert an ein großes Familienfest – die Österreicher sind stolz auf die Tradition der Heimspiele im Prater. Das Stadion dient auch als Ort, an dem Generationen zusammenkommen, da viele Familien seit den Zeiten des Praterstadions die Nationalmannschaft unterstützen.
Großveranstaltungen
Das EURO 2008-Finale (29. 6. 2008) ist das bedeutendste Ereignis in der Geschichte des Stadions. Vor 51.428 Zuschauern erzielte Fernando Torres in der 33. Minute das einzige Tor des Spiels, und Spanien feierte seinen ersten Europameistertitel seit 1964 – mit diesem Sieg entstand die Generation La Furia Roja, die anschließend die WM 2010 und die EURO 2012 dominierte. Das Stadion war auch Austragungsort für atmosphärisch packende Finalspiele europäischer Wettbewerbe: 1987 fand das Finalspiel des Europapokals zwischen FC Porto und Bayern München (Porto gewann 2:1) und 1990 feierte Benfica den Titel gegen Marseille (1:0). Diese Abende schrieben die Geschichte des kontinentalen Fußballs direkt im Herzen Wiens.
Praktische Infos
Das Stadion besuchen
Das Ernst-Happel-Stadion ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Zentrum Wiens aus zu erreichen und der Besuch gestaltet sich logistisch unkompliziert.
Anreise
- U-Bahn: Linie U2, Haltestelle Stadion – direkt am Stadion, die Fahrt vom Zentrum (Karlsplatz) dauert etwa 10 Minuten
- Straßenbahn: Linien 1 und O fahren in den Prater; die Haltestelle Stadion wird auch von der Straßenbahn angefahren
- Auto: Parkmöglichkeiten im Bereich Prater sind vorhanden, aber bei großen Veranstaltungen schnell belegt; empfehlen Sie die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel
- Zu Fuß: Vom Praterstern sind es etwa 10–15 Minuten bei einem angenehmen Spaziergang durch den Park
Tickets und Führungen
Tickets für die Spiele der österreichischen Nationalmannschaft werden über den ÖFB (Österreichischer Fußball-Bund) auf ihrer offiziellen Website verkauft. Tickets für große Konzerte müssen auf den Webseiten der Veranstalter im Auge behalten werden – das Prater-Stadion ist ein beliebtes Konzertziel und die Tickets sind schnell vergriffen. Regelmäßige Führungen durch das Stadion werden außerhalb von Veranstaltungen nicht standardmäßig angeboten.
Tipps für Besucher
- Wann ankommen: mindestens 60 Minuten vor Beginn der Veranstaltung; die Umgebung des Praters bietet angenehme Spaziergänge
- Was in der Umgebung sehen: ikonisches Wiener Riesenrad (großes Rad, 1897) und die Alleen im Prater sind ideal für einen Spaziergang vor dem Spiel
- Restaurants und Snacks: im Stadion gibt es Stände mit traditionellen Wiener Snacks; im Park gibt es viele Würstelstände und Restaurants
- Geeignete Kleidung: bei internationalen Spielen Kleidung in den weiß-roten Farben Österreichs
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